ein Haus auf einem Hügel, darüber ein türkis-wolkiger Himmel

Ehrenamtliche Mitarbeit in der Sterbebegleitung

By 8. August 2019 August 16th, 2019 Ehrenamt, Hospizthemen

Ehrenamtliche Tätigkeit im Hospiz ist schon eine besondere Aufgabe. Wer sich für eine Mitarbeit im Hospiz Bedburg Bergheim Elsdorf entscheidet, sollte einige unerlässliche Voraussetzungen für diese Tätigkeit erfüllen.
Dies sind:

  • Verlässlichkeit
  • Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit und eigenen Grenzen
  • Regelmäßige Teilnahme an der monatlichen Mitarbeitergruppe
  • Bereitschaft zur Teilnahme an den 5 Basisseminaren im Lauf der ersten zwei Jahre
  • die Bereitschaft und die Möglichkeit regelmäßige längerfristige Begleitungen durchzuführen
  • Psychische und körperliche Belastbarkeit
  • keine aktuellen eigenen Lebenskrisen
  • eine gewisse zeitliche und räumliche Flexibilität

Eine angemessene Vorbereitung und Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im Hospizbereich unerlässlich, um den betroffenen Schwerstkranken und Sterbenden und ihren Angehörigen das zu geben, was sie in dieser großen Krise des Lebens benötigen. Wer aber geben will, muss für sich selbst auch nehmen können. Wir tun alles dafür, dass unsere Ehrenamtlichen ihre wertvolle Aufgabe langfristig und mit Begeisterung ausüben können und wollen.

Unsere Vorstellung einer individuellen Begleitungsarbeit ist daran orientiert, die vielen bereits vorhandenen Erfahrungen und Fähigkeiten der Mitarbeitenden zu aktivieren und auszubauen. Unser Ziel ist es, ihnen zu ermöglichen, Haltungen und Fertigkeiten zu entwickeln, die die Grundlage für eine qualitativ gute ehrenamtliche Begleitung bilden.

Deshalb haben wir ein maßgeschneidertes Programm entwickelt, das stufenweise realisiert wird und folgendermaßen aussieht:

  • Grundwissen und -fertigkeiten vermitteln,
  • kontinuierliche Begleitung in Gruppen,
  • Erfahrungsaustausch zu Fragen der Sterbebegleitung,
  • Angehörigen- und Trauerbegleitung

Am Anfang steht ein halbtägiges Informations- und Vorbereitungsseminar, das Sie umfassend über die ehrenamtliche Tätigkeit im Hospiz informiert. Erst nach dessen Ende steht eine Entscheidung über die Mitarbeit im Hospiz-Verein. Sollten Sie sich dann für eine Mitarbeit entscheiden haben, folgt ein persönliches Gespräch mit unseren Koordinatorinnen.

Wer bei Hopiz mitarbeiten möchte, verpflichtet sich zur regelmäßigen Teilnahme an einer Mitarbeitergruppe. Die Gruppen, die sich einmal monatlich zusammenfinden, werden von je zwei qualifizierten GruppenleiterInnen begleitet. In den Gruppen werden die eigenen, früheren und aktuellen Erfahrungen mit Leid, Sterben, Tod und Trauer ausgetauscht, der Freude und den Kraftquellen des Lebens nachgespürt und in der Begegnung miteinander die eigene Haltung in der Begleitung reflektiert. Die MitarbeiterInnen können alle anstehenden Fragen besprechen und sich gegenseitig ermutigen und stärken. Zudem wird über die monatlichen Treffen der Kontakt zum Hospiz-Verein aufrechterhalten und Vereinsinformationen an die Gruppenmitglieder weitergegeben.

Darüber hinaus müssen in den ersten beiden Jahren die fünf Basisqualifikationsseminare besucht werden.

Dies sind:

  • Basisqualifikation Sterbebegleitung
    (Sterbe-) Begleitung beinhaltet immer auch Begegnung, Begegnung mit sterbenskranken Menschen, mit Angehörigen, mit mir.

    • Begegnung mit Vergänglichkeit und meiner Vergänglichkeit,
    • Begegnung mit Tod und meinem Bild vom Tod
    • Begegnung mit Grenzen und meinen Grenzen,
    • Begegnung mit Fülle und meiner Fülle,
    • Begegnung mit Leben und meinem Leben.

Wir gehen der Frage nach, welche Haltungen uns hilfreich sein können, um Menschen am Lebensende beistehen zu können. Auch werden wir unsere eigenen Erfahrungen mit Abschied, Tod und Trauer einbeziehen. In Einzelarbeit, Partner- und Gruppenübungen, im Austausch und in Stille werden wir auf vielfältige Weise dem Sterben und dem Leben begegnen und zu eigenen Haltungen in der Begleitung finden.

  • Kommunikation in Krankheit und Krise
    In unserer temporeichen, technisierten Welt mit immer schnelleren und komplexeren Kommunikationswegen ist der unmittelbare Kontakt mit kranken und sterbenden Menschen eine besondere Herausforderung.
    Menschen am Lebensende, durch Krankheit eingeschränkt und reduziert in ihren Möglichkeiten, sind ebenso wie ihre Zugehörigen auf eine verlässliche, authentische und hilfreiche Kommunikation angewiesen. Das Seminar will Ihnen die Fähigkeiten vermitteln, wertschätzend und empathisch auf ihr Gegenüber einzugehen. Grundkenntnisse über die Abläufe von Kommunikation werden Ihnen ebenso vermittelt, wie praktische Übungen, in denen Sie sich selbst in Gesprächssituationen ausprobieren können.
  • Rund um das Krankenbett
    Was nehme ich wahr? Wie gehe ich damit um? Was macht es mit mir?
    Das Seminar möchte Raum geben, Ihre Gefühle, Ängste und Vorstellungen als ehrenamtliche Hospizhelfer in der Krankheitsphase und in der Sterbesituation wahrzunehmen,wertzuschätzen und zu reflektieren. Weiterhin geben wir Ihnen Einblick in die verschiedenen Krankheitsbilder und deren Symptome und möchten Ihnen die dazu möglichen pflegerischen Handgriffe nahe bringen.
  • Basisqualifikation Trauerbegleitung
    Die Begleitung der Angehörigen und Freunde schwerstkranker und sterbender Menschen ist integraler Bestandteil der Hospizarbeit. Dies gilt nicht nur in der Zeit der Krankheit, der Pflege und des Sterbens, sondern auch darüber hinaus. Die Begleitung Trauernder fällt oft nicht leicht und kann Gefühle von Rat- und
    Hilflosigkeit hinterlassen. Immer wieder spüren Begleiterinnen und Begleiter auch ihre persönliche Betroffenheit, die durch die eigenen Abschieds- und Trauererfahrungen ausgelöst wird.
    Dieses Befähigungsseminar eröffnet Ihnen die Möglichkeit,

    • in der Selbsterfahrung eigene Trauerwege zu betrachten,
    • unterschiedliche Strategien der Trauerbewältigung kennen zu lernen,
    • mit wichtigen Aspekten und Aufgaben der Trauer vertraut zu werden,
    • mögliche Bedingungen zu erkennen, die Trauer zusätzlich erschweren können,
    • einen Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten zu bekommen, wie Trauernde im hospizlichen Umfeld begleitet werden können, um dadurch trauernden Menschen angemessen und hilfreich zu begegnen.
  • Menschen mit Demenz verstehen und begleiten
    Menschen mit Demenz leben in einer eigenen Welt. Reaktionen und Verhaltensweisen sind für „Außenstehende“ oft schwer nachvollziehbar. Es bedarf der Fähigkeit, sich in diese „eigene Welt“ hineinversetzen zu können, um Bedürfnisse zu erspüren und einen angemessenen und hilfreichen Umgang in der Begleitung zu finden.
    Inhalte der Fortbildung sind:

    • Erweitertes Verständnis für das Krankheitsbild Demenz
    • Gefühlsvielfalt in der Demenz – Trauer und andere Gefühle
    • Wege des Kontaktes und der Erreichbarkeit
    • Sterbebegleitung bei Menschen mit DemenzDieses Seminar ist praxis- und erlebnisorientiert.

Die Seminare finden in einem ansprechenden Seminar- und Tagungshaus statt.  3-Tage-Seminare können als Bildungsurlaub geltend gemacht werden. Eine entsprechende Bescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber kann bei der Anmeldung angefordert werden.

 

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